Meine Co-Therapeutinnen: tiergestützte Therapie mit Katzen in München

Es gibt Momente in einer Therapiesitzung, die sich nicht herbeireden lassen. Momente, in denen das Wichtigste nicht in Sätzen steckt, sondern in einer Annäherung, einem Streifen um die Beine, einem Schnurren – bis der ganze Körper ein kleines bisschen loslässt.

Tiere begegnen uns ohne (Vor-) Urteile.

Eine Katze fragt nicht nach Deiner Geschichte, Diagnosen, was Du alles schon versucht hast.

Sie ist einfach da – mit wacher Präsenz, feinen Antennen und einem Schnurren, das tiefer geht, als Worte je könnten. Das ist seltener, als man denkt.

Meine Katzen Miri, Momo, Nala und Fina sind keine Deko in meiner Praxis in München-Laim. Sie sind echte Co-Therapeutinnen. Jede mit eigenem Charakter, eigenem Gespür und der Freiheit, selbst zu entscheiden, wann sie kommen und zu wem sie gehen.

Dasselbe gilt selbstverständlich auch für uns Menschen: Kein Klient muss mit meinen Katzen interagieren. Du bist herzlich dazu eingeladen, und entscheidest das bitte je nach Tag und Befinden neu. Es gibt Situationen, in denen die Katzen draußen bleiben. Das ist genauso willkommen.

Momo, Therapiekatze, Praxis Gisela Schneider, Heilpraktikerin für Psychotherapie
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Therapiekatze Fina erwartet einen schon, Praxis München
Therapiekatzen Miri & Fina, Praxis München LaimTraumatherapie

Was uns Katzen lehren können

Katzen zeigen uns etwas, das viele von uns im Laufe des Lebens verlernt haben: den achtsamen, selbstverständlichen Umgang mit den eigenen Grenzen.

Eine gesunde Katze, die etwas nicht möchte, geht. Sie entschuldigt sich nicht. Sie erklärt sich nicht. Sie trägt keine Schuldgefühle mit sich und sie braucht niemandes Erlaubnis.

Das klingt simpel. Und doch ist es für viele meiner Klienten alles andere als selbstverständlich. Und ich glaube, für die Meisten von uns, inklusive mich selbst, gibt es immer Situationen, wo wir noch besser auf uns achten können.

Gerade für Menschen, die es gelernt haben, sich zurückzustellen, sich anzupassen, die eigenen Bedürfnisse klein zu machen – ist das Beobachten einer Katze manchmal ein stilles, tiefes Lehrbeispiel. An einem Wesen zu erleben, wie natürlich es ist, zu sich selbst zu stehen, berührt etwas tief in einem, das Worte allein oft nicht erreichen.

Wer dies nicht kennt ist oft erstaunt, oder kann das Katzenverhalten erstmal nicht einordnen. Dann erkläre ich natürlich, was meine Katzen zeigen. Katzen sind stark emotionale Wesen, die im Hier und Jetzt verankert sind (auch wenn sie Zeit anders erleben wie wir).

Sie erinnern uns daran, dass das Jetzt der einzige Moment ist, in dem etwas wirklich gefühlt – und damit auch verändert – werden kann.



Im April 2020 war ich bei einer Heilpraktiker-Kollegin – ihre Katze hatte vor 3 Tagen Kitten bekommen. Sie legte sie mir nacheinander auf die Brust … ja, süß … das kannte ich. Und plötzlich war es um mich geschehen.

Dieses kleine, weiße Baby mit geschwärzten Ohren lag auf mir, ich weinte, und wusste, dass sie zu mir gehört – sie zog im Juli 2020 bei mir ein. Seit unserer ersten Begegnung hat sich viel verändert – in meinem Zuhause, und in meiner Praxis.

Miri ist eine geborene Mama-Katze und Meisterschnurrerin. Ich durfte ihr bei der Geburt ihrer fünf Kitten assistieren – ein Erlebnis, das mich zutiefst berührt hat. Aus dem (geplanten) Wurf behielten wir Momo und Nala, zwei Maine-Coon-Ragdoll-Mischlinge.

Im Juli 2023 bescherte Miri uns, trotz Pille (ungeplant), noch ein einzelnes Ragdoll-Mix-Kitten: Serafina, kurz Fina. Auch sie ist geblieben.

Therapiekatze Miri, Praxis München Laim, Gisela Schneider, Heilpraktikerin für Psychotherapie
Miri
Therapiekatze Miri, tiergestützte Therapie, Praxis Gisela Schneider, MA
Oh ja, kraulen bitte!
Therapiekatze Miri, Heilpraxis München, Gisela Schneider
Therapiekatze Miri, tiergestützte Therapie, Praxis Gisela Schneider, MA
Miri liebt es so gestreichelt zu werden
Therapiekatze Miri, Tiergestützte Therapie, Praxis München Laim
Miri als Kitten
Miri Therapiekatze
Miri , ca. 2-3 Wo.

Ein Gentest hat bestätigt, was ich schon spürte: Miri ist zu 60% eine Ragdoll. Das ist eine Rasse, die für ihre Menschenbezogenheit bekannt ist und die manchmal ein bisschen Hundecharakter mitbringt.

Mit ihren drei Kilogramm ist Miri meine Kleinste, und zugleich diejenige, die mich am meisten über Vertrauen gelehrt hat. Fremden gegenüber ist sie zunächst zurückhaltend. Sie beobachtet, wartet, schnuppert die Energie im Raum ab. Sie kommt nicht zu jedem.

Aber wenn sie kommt, ist sie ganz da. Am liebsten auf dem Arm, wie ein Baby. Sie schnurrt ganz fein und durchdringend und ich habe viele Male erlebt, wie es Menschen in Momenten erreicht hat, wo Worte nicht hingekommen wären.

Miri weiß ganz genau, was sie will, und sie zeigt es: sanft, manchmal auch mit klarer Stimme. Ihr Lieblingsessen ist gebratene Pute – und wenn die in der Küche gebraten wird (oder auf dem Teller liegt), steht sie lauthals bettelnd dabei und quieckt in den höchsten Tönen.

Wer von uns tut dies im Alltag? Miri zeigt, wie man ehrlich ist, ohne sich zu zensieren.

Momo war von Anfang an ein neugieriger Wonneproppen und hatte keinerlei Menschenscheu. Mit fast einem Jahr stand sie eines Tages Anfang 2022 miauend und erzählend vor der Therapietür – und damit war klar: Sie wollte dabei sein. In Absprache mit meinen Klienten probierte ich dies, und sie zeigte ein starkes Gespür für Situationen und akzeptierte Grenzen.

Heute entscheidet sie selbst, bei welchen Sitzungen sie erscheint. Ihre Feinfühligkeit für Stimmungen im Raum ist bemerkenswert. Momo geht auf Menschen zu, bleibt aber auch respektvoll auf Distanz, wenn das der richtige Moment ist. Mit ihr wird deutlich: Vertrauen wächst, wenn es nicht erzwungen wird.

Momo ist eine liebevolle und spürige Katze, die gern am Bauch, Kopf und Rücken gekrault wird, aber auch einfach nur da sein kann. Bei Jenseitskontakten steht sie „vor der Tür“ und macht Klienten auch schon mal auf Besucher aufmerksam.

Momo mag Fisch und Sauce, ist aber wählerisch beim Essen. Sie liebt das Jagen mit der Federangel, mit uns im Garten zu sein, das Streunen in der Nachbarschaft (da bleibt sie eher auf Abstand zu Menschen).

Sie hat außerdem eine bemerkenswerte Vorliebe für 🌿Kräuter: Katzenminze natürlich, aber sie parfümiert sich – anders als meine anderen Katzen und Katzen die ich sonst kenne – auch mit Lavendel, Salbei, Pfefferminze und Olivenkraut.

Auch das passt zu ihr: Sie ist eine, die weiß, was ihr guttut.


Nala ist Momos Schwester aus demselben Wurf — und doch ein völlig eigenes Wesen.

Draußen ist sie ein Wildfang: Sie klettert über Dächer, jagt mit einer Schnelligkeit, die einem den Atem verschlägt, und streift durch die Nachbarschaft, als gehöre ihr die Welt.

Nachbarn haben mir gesagt, dass sie meist Abstand hält – sie wäre „richtig scheu„.

In der Praxis zeigt sie eine andere Seite. Sie kommt auf Besuch, begrüßt einen kurz, holt sich, was sie braucht — eine Streicheleinheit hier, ein kleiner Snack dort — und zieht sich dann auf ihren Hochsitz an der Wand zurück, von wo aus sie alles überblickt. Wie eine Löwin eben.

Mit mir ist sie zärtlich auf eine Weise, die mich immer wieder berührt. Nachts legt sie sich auf meine Brust und fordert Streicheln ein, oder sie schmiegt sich an und putzt mich. Diese große, wilde Katze, die draußen über Dächer springt, zeigt unmissverständlich wie lieb sie einen hat. Auch das ist Nala.

Ihre Stimme ist laut und unmissverständlich. Wenn sie etwas möchte, sagt sie esklar, deutlich, ohne Umschweife. Man weiß immer, woran man mit ihr ist. Dies ist für viele meiner Klienten eine Lehrstunde, wirklich zu sich zu stehen.

Und dann gibt es noch eine andere Nala -manchmal sitzt sie da und starrt in die Luft — konzentriert, aufmerksam, auf etwas gerichtet. Die Augen sind kugelrund. Wenn das passiert, weiß und spüre ich: wir sind nicht alleine. Anfangs waren ihr diese Momente gar ganz geheuer. Sie floh. Inzwischen bleibt sie.

Manchmal kommt sie sogar gezielt zu bestimmten Klienten — besonders zu Menschen, die Vertrauen schwer finden.

Und dann passiert etwas Seltenes: Sie zeigt ihren Bauch. Wer Katzen kennt, weiß, was das bedeutet. Es ist das größte Geschenk, das eine Katze vergeben kann. Nala braucht etwas um warm zu werden. Aber wenn sie sich für einen entschieden hat — dann ganz.


Serafina, kurz Fina, ist unser kleines Wunder. Sie wurde im Juli 2023 während einer Therapiesitzung geboren, trotz Pille (also ungeplant). Als einzelnes Ragdoll-Mix-Kitten (eine Seltenheit bei Katzen) hat sie sich ihren Platz in unserer Praxisfamilie von Anfang an selbst gesucht, und inzwischen ganz selbstverständlich eingenommen.

Sie ist Co-Therapeutin meines Lebensgefährten Walter, aber wie alle Katzen kommt sie dorthin, wo sie gebraucht wird.

Therapiekatze Fina erwartet einen manchmal am Eingang, Praxis München Laim
Hallo…
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Fina
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Fina & Miri
Therapiekatze Fina als Kitten, Praxis München Laim, Gisela Schneider MA, Heilpraktikerin für Psychotherapie
Spiel mit mir
Therapiekatzen Miri & Fina, Praxis München Laim, Gisela Schneider MA, Heilpraktikerin für Psychotherapie
Fina & Miri, Therapiesitzung

Was sie auszeichnet, ist eine Gabe, die ich so bei keiner meiner anderen Katzen kenne: Fina spürt nicht nur, wenn es jemandem nicht gut geht, sie reagiert aktiv. Wenn jemand Schmerzen hat, erschöpft ist oder innerlich kämpft – sie merkt es. Und dann kommt sie. Legt den Kopf an, stößt sanft mit der Stirn gegen die Beine, eine Hand oder einen Arm.

Dieser sogenannte Kopfstoß, das „Bunting“, ist bei Katzen ein Zeichen tiefen Vertrauens – und bei Fina ist er oft genau das Richtige im richtigen Moment.

Draußen ist sie die Mutigste von allen gegenüber uns Menschen. Wo meine anderen Katzen Abstand zu Fremden halten, ist Fina fast ohne Scheu. Sie geht auf Menschen zu, die ihr vertrauenswürdig erscheinen, ist neugierig, offen, unerschrocken, verspielt aber immer liebevoll.

Wer sie trifft ist oft überrascht von ihrem Wesen. Sie begrüßt Besucher und Klienten öfters schon vor unserer Haustür.

Diese Furchtlosigkeit bringt sie auch in die Praxis mit. In letzter Zeit ist sie immer öfter in Sitzungen dabei, ganz aus eigenem Antrieb. Öfters hören wir, dass sie sich nicht ganz wie eine Katze verhalte – eher wie ein Hund? Vielleicht ein „Katzen-Hund„?

Fina erinnert mich daran, dass Heilung oft gar nichts mit Worten zu tun hat. Manchmal ist es ein kleiner Kopfstoß, der sagt: Ich sehe dich. Ich bin hier.



Was Katzen in einer Therapiesitzung bewirken

Was geschieht, wenn eine Katze den Raum betritt oder sich uns neugierig annähert?

Ich beobachte das immer wieder: etwas in uns lässt los. Ein Atemzug wird tiefer. Die Schultern sinken, man kommt sich näher. Vertrauen baut sich auf, und wenn beide bereit sind… Streichelmoment.

Spüren, Verwunderung, vielleicht auch ein neues Erleben. Manchmal kommen Tränen – ganz ohne Worte, ohne Anlass, ohne dass jemand wüsste, warum gerade jetzt.


Neurobiologischer Hintergrund

Beim Streicheln einer Katze schüttet unser Gehirn Glückshormone aus und drosselt gleichzeitig die Produktion von Stresshormonen.

Der Spiegel des Bindungshormons Oxytocin steigt – jenes Hormons, das für soziale Bindung, Vertrauen und das Gefühl von Geborgenheit verantwortlich ist.

Das Schnurren einer Katze senkt nachweislich den Blutdruck und regt die Ausschüttung von Serotonin an. Studien zeigen, dass Katzenschnurren sogar schmerzlindernd wirken kann.

All das passiert nicht übers Nachdenken, nicht über Einsicht, sondern über den direkten Kontakt mit einem lebendigen Wesen.

Für Menschen, die unter Depressionen, Angststörungen, chronischem Stress oder Erschöpfung leiden, ist dieser körperliche Zugang oft der schnellste Weg zu einem ersten Gefühl von: es geht mir besser.

Nicht weil ein Problem gelöst wäre, sondern weil der Körper sich wieder erinnert, wie sich Entspannung anfühlt. Inzwischen gibt es auch ein paar psychosomatische Kliniken und Altenheime, wo Katzen leben und mit den Bewohnern interagieren dürfen bzw. können.


Therapeutische Spiegelfunktion

Was mich in meiner Arbeit noch mehr bewegt als die Biochemie, ist das, was Katzen auf einer feinstofflichen Ebene tun: Sie spiegeln. Sie reagieren auf das, was wirklich im Raum ist: auf die Energie, auf unausgesprochene Stimmungen, auf innere Zustände, für die ein Klient vielleicht noch gar keine Worte hat.

Wenn Momo plötzlich aufmerksam wird, sie näher kommt oder sich im genau richtigen Moment vor jemanden legt, dann ist das oft ein Moment, dem es sich lohnt, gemeinsam nachzuspüren.


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