EMDR & Traumatherapie

Augenbewegung EMDREMDR steht für Eye Movement Desensitization and Reprocessing bzw. auf deutsch übersetzt: Desensibilisierung und Wiederverarbeitung durch Augenbewegung. Dr. Francine Shapiro entwickelte dieses Therapieverfahren 1989-91 ursprünglich zur Behandlung von Traumafolgestörungen von Kriegsveteranen und misshandelten Frauen in den USA (Kalifornien). 

Seitdem ist viel Forschung geschehen und EMDR ist ein wissenschaftlich gut erforschtes, anerkanntes und als effektiv erwiesenes therapeutisches Verfahren, welches sich erstklassig zur Behandlung von psychischen Traumata aller Art, aber auch anderen Störungen und Zuständen eignet.

Ziel der Therapie mit EMDR ist, dass ein traumatisches Erlebnis zwar noch in der Erinnerung existiert (wir können die Vergangenheit nicht ungeschehen machen), die Erinnerung aber nicht mehr ständig den Alltag beeinflusst. Viele Betroffene können deshalb nach einigen EMDR-Sitzungen sagen: „Ich weiß, es ist geschehen. Es war schlimm, aber es ist vorbei.“

Ich habe meine Ausbildung im Januar 2007 beim EMDR Institute (geleitet von Dr. Francine Shapiro) in Boston, USA mit Level 2 abgeschlossen und arbeite seit nunmehr über 9 Jahren mit dieser Methode, zunächst 5.5 Jahre in einer Klinik für psychische Störungen (The Providence Center, RI & Arbour Counseling Services, MA) in den USA und seit 2012 in meiner Privatpraxis in Gilching.

Je nach Klient arbeite ich mit Augenbewegungen, bilateraler Stimulation (sogenanntes tapping auf die Knie oder Hände), oder mit dem EMDR-Gerät (Handstimulation), welches dem Klient erlaubt weiter von mir weg zu sitzen. 

Prozessorientierte Arbeit mit EMDR, 2007
Prozessorientierte Arbeit mit EMDR, 2007

Nachdem EMDR eine Methode ist, und nicht eine Psychotherapie per se, lässt sie sich gut mit anderen Therapieformen kombinieren. Je nach Klient passe ich dies an und wir arbeiten

  • nach dem sogenannten „Originalprotokoll“
  • mit angepasstem Protokoll mit Elementen aus der Prozessarbeit oder mit Bildern / Strichmännchen um die Wahrnehmung zu unterstützen oder um Ressourcen mehr einzubinden
  • mit Elementen aus der DBT (Dialektisch Behavioraler Therapie nach Marsha Linehan) und Achtsamkeitsübungen um Emotionen tolerieren zu lernen.

 

 

Wie sieht eine EMDR-Sitzung aus?

Zentrales Element der EMDR-Therapie sind die bilateralen Stimulationen: Durch Links-Rechts-Augen­bewegungen oder ein abwech­seln­des Klopfen auf die Hände oder Knie des Klienten kommt es im Gehirn zu einer Neuvernetzung von Gefühlen, Gedanken und inneren Bildern, die helfen, dass das belasten­de Ereignis dorthin geht, wo es hingehört: in die Vergangenheit.

Dr. Shapiro verglich dies in meiner Ausbildung mit einer 

Zugreise: Die Patientinnen und Patienten fahren noch einmal an dem Geschehen vorbei – aber aus sicherer Distanz und in Begleitung ihrer Therapeutinnen bzw. Therapeuten. Im weiteren Verlauf der Sitzung verblasst die belastende Erinnerung Stück für Stück und die Symptome des Traumas werden aufgelöst. Die Patienten lernen, mit den alten traumatischen Erinnerungen und Gedanken umzugehen und können eine neue, angemessenere Perspektive auf das Geschehen entwickeln.“ (Zitat von http://www.emdria.de/emdr/emdr-therapie/)

Da das EMDR während der Sitzung eine aktive Auseinandersetzung mit dem Trauma verlangt, muss sich der Klient zum Zeitpunkt der Therapie psychisch und physisch in einem Gesundheitszustand befinden, der die beschleunigte Verarbeitung des Traumas erlaubt. Nur wenn man körperlich und geistig belastbar ist, kann EMDR für den Klienten erfolgreich sein. Deshalb ist es mir wichtig, dass wir in einem Erstgespräch und folgenden Gesprächen feststellen, ob diese Therapieform die für Sie Richtige ist.